Landshut - pm (03.09.2026) Eine Kunstaktion über Wasser scheitert am Wasser: Die für den heutigen Donnerstag, 3. September, angekündigte Intervention „Fontäne Isar – Infrastrukturtheater“ des Künstlerduos bankleer kann nicht stattfinden. Wegen der derzeit niedrigen Pegelstände ist die Entnahme von Wasser aus der Isar für die geplante Performance nicht zulässig.
Ein möglicher neuer Termin wird derzeit für Mitte bis Ende September in Aussicht gestellt. Ob die künstlerische Intervention dann stattfinden kann, hängt von der Entwicklung der Pegelstände und den wasserrechtlichen Voraussetzungen ab.
bankleer wollte mit einem mobilen Pumpsystem und Feuerwehrschläuchen Isarwasser mitten in die Landshuter Innenstadt bringen und dort eine Fontäne errichten. Die Arbeit macht Wasser als öffentliche Ressource sichtbar – und zugleich die Infrastruktur und die Regeln, die bestimmen, wie es bewegt und genutzt werden kann.
Das fehlende Wasser berührt damit unmittelbar den Gegenstand der künstlerischen Aktion. Für bankleer gehört auch die Frage, was geschieht, wenn das Wasser ausbleibt, zur Intervention.
Deshalb schlugen die Künstler vor, die für die Fontäne notwendige Infrastruktur ohne Wasser aufzubauen: Pumpen, Feuerwehrschläuche und die gesamte technische Anordnung sollten sichtbar werden, während die Fontäne ausbleibt. Ein „trockenes“ Infrastrukturtheater, in dem nicht das sprudelnde Wasser, sondern sein Fehlen zum Gegenstand wird.
Die Stadt Landshut lehnte diesen Vorschlag ab. Damit entsteht eine Situation, die weit über die Absage eines einzelnen Kunsttermins hinausweist:
Was darf Kunst im öffentlichen Raum, wenn sie nicht dekorieren, sondern Wirklichkeit sichtbar machen will? Und wo endet die Offenheit für Kunst, wenn sie beginnt, die Wirklichkeit unbequem werden zu lassen?
„Fontäne Isar – Infrastrukturtheater“ ist Teil von DREAM ILLEGAL – KUNST ALS WIDERSTAND, einer von Peter Kees kuratierten Projektreihe mit künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum, finanziert über Verbindungslinien aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Die Reihe versteht Kunst nicht als Dekoration des Stadtraums, sondern als Möglichkeit, in bestehende Situationen einzugreifen, Wahrnehmungen zu verschieben und gesellschaftliche Fragen dort sichtbar zu machen, wo sie konkret werden.
In Landshut ist genau das geschehen: Eine Arbeit über die Ressource Wasser trifft auf eine reale Situation von Wasserknappheit. Aus dem geplanten Kunstwerk wird dadurch eine offene Frage an die Stadtgesellschaft: Wie reagiert eine Stadt, wenn Kunst nicht über eine abstrakte Zukunft spricht, sondern von der Gegenwart eingeholt wird?
Das Künstlerduo und der Kurator möchten diese Fragen bereits jetzt öffentlich diskutieren – unabhängig davon, ob und wann die Fontäne tatsächlich in Betrieb gehen kann.
Ein neuer Termin für „Fontäne Isar – Infrastrukturtheater“ wird bekanntgegeben, sobald die Voraussetzungen dafür geklärt sind.

