
Landshut - pm (29.07.2026) Immer mehr Wohnungsbauprojekte in Landshut werden über den sogenannten „Bauturbo“ bewilligt. Dieses Verfahren soll den Wohnungsbau beschleunigen, schränkt aber gleichzeitig Umweltprüfungen und Beteiligungsmöglichkeiten von Bürgern ein. Die ÖDP-Fraktion im Stadtrat fordert deshalb in einem Antrag, dass die Stadt ihre Möglichkeiten konsequent nutzt, um bei solchen Projekten verbindliche Vorgaben für das Gemeinwohl festzulegen.
Dies soll über städtebauliche Verträge geschehen. Bereits Ende 2025 hatte der Stadtrat beschlossen, dass die Verwaltung ein Konzept für den Umgang mit dem Bauturbo entwickelt. Dieses liegt bis heute nicht vor. Die ÖDP fordert deshalb, dass künftig bei jedem Bauturbo-Projekt geprüft wird, welche Auflagen sinnvoll vereinbart werden können. Stadtrat Heiko Helmbrecht kritisiert die Verzögerung beim angekündigten Konzept: „Wir brauchen diese Regeln jetzt. Entscheidungen, die heute getroffen werden, prägen das Stadtbild für viele Jahrzehnte.“
Notwendig sind klare Vorgaben für alle Bauturbo-Projekte. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, barrierefreie Wohnungen sowie eine klimafreundliche Energieversorgung mit Wärmepumpen, Fernwärme oder anderen fossilfreien Heizsystemen. Außerdem sollen Solaranlagen auf den Dächern verpflichtend werden.
Da beim Bauturbo die regulären Umweltprüfungen entfallen, sollen Natur- und Klimaschutz über städtebauliche Verträge gesichert werden. Die ÖDP fordert unter anderem den Schutz bestehender Bäume, mehr Begrünung, vogel- und insektenfreundliches Bauen sowie Maßnahmen gegen Hitze und Starkregen, etwa durch Entsiegelung und das Schwammstadt-Prinzip.
ÖDP-Fraktionsvorsitzende Elke März-Granda betont: „Der Bauturbo darf nicht dazu führen, dass die Stadt ihre Gestaltungsmöglichkeiten aus der Hand gibt. Verfahren können vereinfacht werden, solange soziale und ökologische Standards gesichert bleiben.“
Die ÖDP fordert zudem verbindliche Fristen für Baubeginn und Fertigstellung. So soll verhindert werden, dass Baurechte zwar geschaffen, die Wohnungen aber nicht gebaut und stattdessen die Grundstücke später mit Gewinn weiterverkauft werden.
Stadträtin Iris Haas erklärt: „Der Bauturbo darf nicht zur Immobilienspekulation führen. Wer von diesem Baurecht profitiert, muss auch bauen. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass dabei die Belange von bezahlbarem Wohnen, Klima und Natur berücksichtigt werden.“

