Landshut - pm (03.02.2026) Deutschlandweit hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) heute zu Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. An einer gemeinsamen Kundgebung auf dem Gelände des Verkehrsbetriebs in Regensburg beteiligten sich ungefähr 200 Beschäftigte der Stadtwerke Landshut, Passau und Regensburg.
Unterstützt wurden sie von weiteren 200 Beschäftigten des Freistaats Bayern (Uniklinikum, Straßenmeistereien, Universität, Flussmeistereien, Studierendenwerk, Polizei), die sich zeitgleich in der Tarifrunde der Länder befinden.
Die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe in Bayern fordern u.a. für eine spürbare Entlastung die Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche und eine Lohnerhöhung von 668,75 €, um den seit 2005 bestehenden hohen Lohnunterschied zwischen den Verkehrsbetrieben und den anderen Bereichen der Stadtwerke endlich auszugleichen. In Landshut, Passau und Regensburg wurde der Busverkehr in Folge des Streiks nahezu komplett eingestellt, lediglich von privaten Unternehmen betriebene Linien wurden bedient.
„Wir streiken nicht, weil es uns Spaß macht, die Fahrgäste zu verärgern, sondern weil es einfach nicht mehr geht! Geteilte Dienste, immer hektischerer Verkehr und mehr Fahrgäste – die Belastung wird immer höher. Wir brauchen einfach mehr Erholung durch kürzere Arbeitszeiten, um euch auch in Zukunft sicher und zuverlässig ans Ziel zu bringen.“, sagt Hans Wurm, Busfahrer in Passau.
„Die Beschäftigten in den Verkehrsbetrieben sind sowieso schon stark belastet und was macht der Arbeitgeberverband? Bietet in einem ersten Angebot die freiwillige Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 42 Stunden. Entlastung und Wertschätzung geht anders!“, sagt ver.di-Gewerkschaftssekretär Nicolaus Riebl.
Die zweite Verhandlungsrunde findet am 13. Februar in München statt. Vom Kommunalen Arbeitgeberverband erwarten die Beschäftigten nun ein verhandlungsfähiges Angebot, um die Tarifrunde schnell beenden zu können.
Zum Hintergrund:
Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Bayern nur einen Tarifvertrag Nahverkehr, der sowohl die Entgelte als auch die Arbeitsbedingungen regelt. Die Gewerkschaft will die Tarifverträge trennen, da die Erfahrung zeigt, dass Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in schwierigen Zeiten schnell gegen eine Anhebung der Entgelte ausgespielt werden. ver.di strebt eine bundesweite Angleichung der Arbeitsbedingungen auf hohem Niveau an. Seit Jahren weist ver.di darauf hin, dass ein verlässlicher ÖPNV - ein Mobilitätsgarant für alle Menschen - nur möglich ist, wenn ausreichend Personal für die Branche gewonnen und in dieser gehalten werden kann. Hierfür ist eine solide Finanzierung von Nöten, die von Ländern und dem Bund mitgetragen wird. Der Verweis auf die klammen Kassen der Kommunen ist keineswegs neu. Der sich zuspitzenden Lage kann nur mit einer grundlegend anderen Finanzierung des ÖPNV begegnet werden. Wer Antworten im Sparen an den Beschäftigten sucht, hat das Ziel einer nachhaltigen Verkehrswende aufgegeben. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 13. Februar in München statt.

