
ver.di fordert eine Lohnerhöhung von 668,75 €uro und die Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden. - Foto: Nicolaus Riebl
Landshut - pm (20.02.2026) Am heutigen Freitag hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsbetriebe Regensburg, Landshut und Passau zu einem Warnstreik aufgerufen. Grund dafür ist die enttäuschende zweite Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag Nahverkehr, die letzten Freitag (13.02) in München stattfand: Am unzureichenden Angebot des Arbeitgeberverbands hat sich im Vergleich zur ersten Verhandlungsrunde nichts verändert.
Der städtische Busverkehr kam zum Erliegen, lediglich von privaten Unternehmen betriebene Linien wurden bedient.
„Weniger Arbeitszeit ist nicht unser neuer Lifestyle-Trend, wie man immer wieder hört: Sie ist durch die ganze Belastung mittlerweile einfach notwendig, um sich wieder vernünftig erholen und die Busse weiterhin sicher fahren zu können!“, sagt Günther Frohnhöfer, Busfahrer in Landshut.
„Der Arbeitgeberverband verweist weiterhin auf die klammen Kassen. Dass die Politik in puncto Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs versagt hat, wissen wir, aber dieses Problem muss auch die Politik lösen, nicht die Beschäftigten. Die leiden sowieso seit 20 Jahren durch die kräftige Absenkung ihrer Bezahlung – damit muss endlich Schluss sein!“, sagt Nicolaus Riebl, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär in Niederbayern.
Bei der aktuellen Blockadehaltung des Arbeitgeberverbands ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass die Warnstreiks weiter ausgedehnt werden müssen, ehe man sich endlich in die richtige Richtung bewegt. Der erste Streik nach der zweiten Runde wurde daher bewusst direkt während der Ferien durchgeführt, um die Auswirkungen auf die Fahrgäste zumindest diese Woche etwas geringer zu halten. Doch ohne neues Angebot können weitere Aktionen in den kommenden Wochen nicht ausgeschlossen werden. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 9. März statt.
In der Tarifrunde Nahverkehr Bayern fordert ver.di eine Lohnerhöhung von 668,75 €uro, um die massive Lohnlücke zu den restlichen Beschäftigten in den kommunalen Stadtwerken zu schließen. Eine weitere Hauptforderung ist die Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden, damit trotz rasant steigenden Fahrgast- und Verkehrsaufkommen auch weiterhin ein sicherer ÖPNV in Bayern garantiert ist.
Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Bayern nur einen Tarifvertrag Nahverkehr, der sowohl die Entgelte als auch die Arbeitsbedingungen regelt. ver.di will die Tarifverträge trennen, weil Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sonst regelmäßig gegen eine Lohnerhöhung ausgespielt werden. ver.di strebt eine bundesweite Angleichung der Arbeitsbedingungen auf hohem Niveau an.
Seit Jahren weist ver.di darauf hin, dass ein verlässlicher ÖPNV nur möglich ist, wenn ausreichend Personal gewonnen und gehalten wird. Dafür braucht es eine solide Finanzierung durch Länder und Bund. Wer stattdessen am Personal spart und die Arbeitsbedingungen verschärft, gibt die Verkehrswende faktisch auf.

