
v. l.: Markus Scheuermann, Marlene Schönberger, Oliver „Ole“ Rösch und Thomas „Widy“ Widmair - Foto: Ines Helmer
Landshut - pm (19.07.2026) Die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger, grüne Obperson des Kulturausschusses, und Bezirksrat Markus Scheuermann von den GRÜNEN besuchten den Rocket Club in Landshut, um den Inhabern Oliver „Ole“ Rösch und Thomas „Widy“ Widmair herzlich zum Gewinn des Bayerischen Pop-Nachhaltigkeitspreises zu gratulieren. Als kleine Anerkennung überreichten sie den beiden Gutscheine für die niederbayerischen Thermen.
Bei dem Besuch wurde schnell deutlich, warum der Rocket Club diese Auszeichnung wohlverdient erhalten hat. Nachhaltigkeit wird hier nicht als einzelnes Projekt verstanden, sondern in allen Bereichen des Clubbetriebs gelebt – ökologisch, sozial und kulturell.
Bereits beim Umbau des ehemaligen Rosenmehl-Turms wurde konsequent auf nachhaltige Materialien gesetzt. Das angebaute Disco-Gebäude entstand in Holzständerbauweise. Das alte Silogebäude wurde mit ökologischen Dämmstoffen statt Styropor gedämmt. Warmwasser wird über Solarthermie erzeugt.
Auch im Alltag wird ressourcenschonend gehandelt: Geräte werden repariert, statt sie vorschnell zu ersetzen. Selbst die Gasheizung aus dem früheren Standort in der Siemensstraße wurde mitgenommen und weiterverwendet. Sämtliche Beleuchtung wurde auf LED umgestellt, in den Büroräumen kommen gebrauchte Monitore zum Einsatz und Papierprodukte tragen das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Gereinigt wird mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln, der Boden im oberen Stockwerk besteht aus massivem Eschenholz. Für die auftretenden Bands wird mit hochwertigen Bio-Zutaten – unter anderem aus der Höhenberger Biokiste – selbst frisch gekocht. Regionale Bio-Getränke und Fair-Trade-Kaffee ergänzen das nachhaltige Konzept.
Mindestens genauso wichtig ist den Betreibern jedoch die gesellschaftliche Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Come as you are“ ist der Rocket Club ein Ort, an dem alle Menschen willkommen sind – unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, sexueller Identität oder Geldbeutel. Denn echte Nachhaltigkeit bedeutet auch, umfangreiche Teilhabe zu ermöglichen.
Mit dem Konzept „Umsonst & Drinnen“ bietet der Club regelmäßig Konzerte und Partys ohne Eintritt an. Kostenloses Leitungswasser gehört ebenso selbstverständlich dazu. Niemand soll aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werden. Kultur muss für alle zugänglich sein – denn nur wenn möglichst viele Menschen teilhaben können, entsteht ein lebendiger gesellschaftlicher Zusammenhalt.
„Nachhaltigkeit ist mehr als Energieeffizienz oder Klimaschutz. Sie bedeutet auch, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen begegnen, Kultur erleben und einfach sie selbst sein können. Der Rocket Club zeigt eindrucksvoll, dass ökologische Verantwortung und gesellschaftlicher Zusammenhalt zusammengehören. Genau deshalb ist diese Auszeichnung so verdient.“, betonen Marlene Schönberger und Markus Scheuermann.
Im Gespräch wurde aber auch deutlich, vor welchen Herausforderungen Clubs heute stehen. Das Freizeitverhalten vieler Menschen hat sich verändert, gleichzeitig steigen Energie-, Personal- und Betriebskosten kontinuierlich. „Kulturorte wie der Rocket Club leisten einen unschätzbaren Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander und verdienen deshalb die volle Unterstützung“, betonte Schönberger.
„Jeder Mensch soll sich bei uns willkommen fühlen. Egal wer du bist, woher du kommst oder wie groß dein Geldbeutel ist – komm vorbei, hab eine gute Zeit und genieß die Musik. Der Rocket Club ist für alle da“, sagen Ole und Widy.

