
Apothekerin Sandra Mildner zeigt dem Bundestagsabgeordneten Florian Oßner ihren Verkaufsraum in Vilsbiburg. - Foto: Maria Rohrmeier.
Stadt und Landkreis Landshut - pm (10.0.2026) Im Zuge der deutschlandweiten Apothekenproteste hat die St. Josef-Apotheke in Vilsbiburg unter der Inhaberin Sandra Mildner den Bundestagsabgeordneten Florian Oßner (CSU) eingeladen, um über die aktuellen Herausforderungen der Apotheken zu informieren.
Moderne Ausstattung
Bei dem Rundgang durch die Apotheke konnte der Abgeordnete feststellen, wie hochmodern eine Apotheke mittlerweile ausgestattet sein muss, um alle Anforderungen zu erfüllen und auf dem Markt bestehen zu können. Neben einem vollautomatisierten Hochregallager für 10.000 Medikamente und einer auch im Notfall jederzeit gewährleisteten Kühlung ist vor allem der Server mittlerweile unverzichtbar. „Um E-Rezepte bearbeiten zu können, mussten wir aufrüsten. Auch die vollautomatische Überwachung der gesamten Apotheke – von der Temperatur bis zum Lagerbestand – übernimmt mittlerweile die Technik“, erklärte Apothekerin Mildner.
Vollversorger im Wettbewerbsnachteil
Im Gegensatz zu Versandapotheken müssen Vor-Ort-Apotheken zahlreiche Auflagen erfüllen. Dazu zählen die Temperaturüberwachung, die Notfallbevorratung sowie das Anrühren individueller Medikamente und Salben. „Wir sind im Gegensatz zur Online-Apotheke ein Vollversorger. Im Notfall ist alles verfügbar, und auch individuelle sowie teure Medikamente werden bereitgestellt. Versandapotheken leisten dies aus wirtschaftlichen Gründen nicht“, so Mildner. Oft sind gerade diese wichtigen Leistungen für die Apotheken ein Minusgeschäft. Gleichzeitig dürfen sie keine Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente gewähren, wie es Versandapotheken tun. Aktuell wäre dies auch nicht leistbar. Damit sei ein fairer Wettbewerb laut Mildner nicht mehr möglich.
Honorarerhöhung
Sandra Mildner und ihre Kollegen in Deutschland fordern ein höheres Honorar. Seit 13 Jahren ist das Fixum konstant geblieben, während viele Kosten, etwa für Personal oder Energie, gestiegen sind. Zudem fordert Mildner fairere Wettbewerbsbedingungen und weniger Regularien. Sie betonte, dass sich Apotheker als „Heilberufler“ verstehen und daher das Wohl der Menschen im Blick haben. Viele Auflagen hinderten sie jedoch daran, schnell Hilfe leisten zu können, da sie beispielsweise keine Zecken entfernen dürften oder Beratungsleistungen nicht abrechenbar seien.
Apotheken in der Fläche erhalten
Oßner als haushaltspolitischer Sprecher der CSU dankte für den tiefen Einblick in die abwechslungsreiche Arbeit einer Apothekerin. Die Zahlen sind alarmierend. Im letzten Jahr haben erneut über 500 Apotheken in Deutschland geschlossen. „Für eine stabile Gesundheitsversorgung sind sie jedoch unverzichtbar. Daher werden eine Honorarerhöhung und eine Anpassung der Regularien für Vor-Ort-Apotheken und Versandapotheken dringend notwendig. Wir wollen die Apotheke vor Ort erhalten, gerade auch für gleichwertige Lebensverhältnisse in ländlichen Gebieten“, so der Heimatabgeordnete Oßner.

