
Herzforschung aus Landshut auf der internationalen Bühne - Eine große Abordnung der Medizinischen Klinik I der LA-Regio Klinik Landshut-Achdorf besuchte den Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München. - Bildquelle: LA-Regio Kliniken
Landshut – Der Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) war für die Experten der LA-Regio Kliniken in diesem Jahr quasi beinahe ein Heimspiel. Schließlich fand der renommierte Kongress, dem insgesamt rund 33.000 Herzspezialisten aus aller Welt beiwohnten, 2026 in München statt.
Im Rahmen des ESC werden jährlich neue Therapien und wegweisende Studien vorgestellt, erstmals waren hierbei nun auch die LA-Regio Kliniken mit einer großen Abordnung auf dieser internationalen Bühne vertreten und präsentierten zwei Studien, welche die bessere Behandlung älterer Herzpatienten in den Fokus nehmen.
Prof. Dr. Julinda Mehilli, Chefärztin der Medizinischen Klinik I an der LA-Regio Klinik Landshut-Achdorf, brachte dem Fachpublikum die randomisierte REBOOT-PARADOX-Studie näher. Im Mittelpunkt jener Studie stehen ältere Menschen mit mehreren Begleiterkrankungen und einer Verengung der Aortenklappe, der sogenannten Aortenklappenstenose. Die Besonderheit: Obwohl die Pumpkraft des Herzens noch erhalten, die Herzklappe nur gering verkalkt und der Druckunterschied über der verengten Klappe vergleichsweise niedrig ist, leiden die Betroffenen häufig unter Atemnot und einer deutlich eingeschränkten körperlichen Belastbarkeit. Die Studie untersucht einen bewusst patientenorientierten Behandlungsweg. Zunächst werden dabei andere mögliche Ursachen der Beschwerden bestmöglich medikamentös behandelt. Bleiben die Symptome bestehen und ist die verengte Aortenklappe dafür verantwortlich, kommt ein schonender, kathetergestützter Klappenersatz – die sogenannte TAVI – infrage.
Ebenfalls auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt wurde die ABLATE-vs-PACE-Studie, an welcher vonseiten PD Dr. Stephanie Fichtner, Leitende Oberärztin der Medizinischen Klinik I an der LA-Regio Klinik Landshut-Achdorf, auch Patienten der Region Landshut teilnahmen. Die Studie befasste sich mit über 80-jährigen Menschen mit schwer behandelbarem Vorhofflimmern. Die daraus entstandene Evidenz zeigt, dass bei ausgewählten älteren Patienten eine Schrittmacher-basierte Behandlungsstrategie eine Alternative zu wiederholten Ablationseingriffen sein und damit zur Patientenschonung beitragen kann.
„Gerade bei älteren Menschen geht es nicht darum, möglichst viel zu behandeln, sondern die richtige Behandlung für den einzelnen Patienten zu finden“, erklärt Prof. Dr. Julinda Mehilli. „Unser Ziel ist eine Therapie, die Beschwerden lindert, Lebensqualität erhält und unnötige Krankenhausaufenthalte möglichst vermeidet.“ Diese gemeinsame Botschaft verbindet beide multizentrischen Studien: Das Lebensalter allein soll nicht über eine Therapie entscheiden. Gerade bei hochbetagten Menschen müssen Begleiterkrankungen, Belastbarkeit, mögliche Risiken und vor allem die individuellen Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt werden.
Die Bedeutung dieser Arbeiten wird auch dadurch unterstrichen, dass die Studienergebnisse zeitgleich zum ESC-Kongress in renommierten medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, zukünftige Behandlungsempfehlungen für ältere Herzpatienten weiterzuentwickeln.
Für die Kardiologie der LA-Regio-Kliniken ist die Präsentation im Rahmen des ESC-Kongresses ein besonderer Meilenstein: Patientennahe Forschung aus Landshut erhält internationale Sichtbarkeit mit dem klaren Ziel, Patienten eine möglichst individuelle, wirksame und schonende Herzmedizin anzubieten.

