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Zu den Entgleisungen von Bischof Stefan Oster - "Vielfalt ist keine Gefahr für die Demokratie, Herr Bischof!"

Altöttig - pm (23.08.206) Mit seiner Predigt zu Mariä Himmelfahrt am Samstag, 15. August in Altötting lieferte der Passauer Bischof Stefan Oster wieder eine Entgleisng über queere Menschen und diekriminierte diese zum wiederholten Male in voller Absicht. Die wiederholte Entgleisung unserer queeren Community gegenüber können wir als "Queer in Niederbayern e. V." und einzige Anlaufstelle für queere Menschen in ganz Niederbayern nicht ohne Widerspruch stehen lassen. 

Wr fordern Bischof Oster auch auf, endlich das Gespräch mit uns zu suchen, statt ständig abwertend über uns zu reden. "Vielfalt ist keine Gefahr für die Demokratie, Herr Bischof Oster."

Mit seiner jüngsten Predigt stellt sich der Passauer Bischof Stefan Oster zum wiederholten Male bewusst gegen queere Menschen und ihre Lebensweisen. Diesmal mit der Behauptung, queeres Leben wäre eine Gefahr für unsere Demokratie. Das ist ungeheuerlich, aber eine wiederkehrende Entgleisung von Stefan Oster.

Er spricht von „angeeigneten Identitäten“, von einem Menschenbild, das nicht dem biblischen entspreche, und davon, dass gesellschaftliche Vielfalt letztlich den Ruf nach einer starken Autorität begünstigen würde.

Das ist nicht nur theologisch fragwürdig. Es ist vor allem gesellschaftlich brandgefährlich.

Denn wir queeren Menschen gefährden unsere Demokratie nicht. Wir sind Teil dieser Demokratie. Wir sind Gläubige, Nachbar*innen, Kolleg*innen, Freund*innen und Familienangehörige. Wir engagieren uns in Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und Kommunen. Wir tragen unsere Gesellschaft – in ihrer ganzen Vielfalt.Demokratie bedeutet gerade nicht, dass alle Menschen nach einem einzigen Menschenbild leben müssen. Demokratie bedeutet, dass Menschen unterschiedlich leben, lieben und glauben dürfen. Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit und Würde des anderen verletzt wird. Und Bischof Oster verletzt hier wieder einmal ganz bewusst die Würde queerer Menschen.

Und deshalb sagen wir als „Queer in Niederbayern e. V.“ sehr klar: Die Würde eines Menschen hängt nicht davon ab, ob unser Leben in sein persönliches, theologisches und queeren Menschen gegenüber hasserfülltes Weltbild passt.

Bischof Oster sagt, Christi*nnen müssten queere Lebensweisen nicht gutheißen. Das ist sein gutes Recht. Aber aus persönlicher oder religiös begründeter Ablehnung darf keine gesellschaftliche Abwertung werden. Und schon gar nicht sollte ein Bischof queere Menschen zum Problem für die Demokratie erklären.

Was wir zudem sehr bedauern: Stefan Oster spricht immer wieder – vor allem abwertend – über queere Menschen – aber er spricht nicht mit uns.

Wir würden uns deshalb wünschen, dass auf die nächste Predigt nicht die nächste Zuschreibung, die nächste bewusste Diskriminierung folgt, sondern ein echtes Gespräch.

Als „Queer in Niederbayern e. V.“ bieten wir dem Passauer Bischof zum wiederholten Mal diesen Dialog ausdrücklich an. Wir wollen nicht übereinander reden, sondern miteinander sprechen: über Glauben und Menschenwürde, über unterschiedliche Vorstellungen von Familie und Sexualität, aber auch über die konkreten Erfahrungen queerer Menschen mit Ausgrenzung und Diskriminierung.

Und wir verbinden dieses Gesprächsangebot auch mit einer politischen Forderung: Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt und Menschenwürde ernst nimmt, muss sich auch klar gegen Queerfeindlichkeit stellen. Deshalb erwarten wir von der katholischen Kirche in Bayern, dass sie sich öffentlich und unmissverständlich gegen Diskriminierung queerer Menschen positioniert und ihre Verantwortung für ein respektvolles Miteinander wahrnimmt.

Wir erwarten uns von Bischof Oster nicht, dass er seine theologischen Überzeugungen aufgibt. Wir wünschen uns, dass er anerkennt, dass auch queere Menschen Menschen sind, deren Würde, Freiheit und Lebensentwürfe denselben Respekt verdienen wie die aller anderen. Herr Oster: die Würde des Menschen ist unantastbar.

Vielfalt macht unsere Demokratie nicht schwächer. Sie macht sie menschlicher und stärker.

Der aus unserer Erfahrung queerfeindliche Passauer Bischof Stefan Oster sollte endlich mit uns und nicht ständig über uns reden.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen und regenbogenbunten Grüßen

Herbert Lohmeyer

Queer in Niederbayern e. V.
Herbert Lohmeyer

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