Bayern - pm (10.06.2026) Die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern sieht sich in ihrer langjährigen Forderung nach mehr digitaler Souveränität im Bildungsbereich bestätigt. Nachdem die Bayerische Staatsregierung die Verhandlungen über einen milliardenschweren Rahmenvertrag mit Microsoft vorerst gestoppt hat, wertet die KEG dies als wichtiges Signal für mehr Unabhängigkeit, Datenschutz und Zukunftsfähigkeit im öffentlichen Bildungswesen.
Bereits in mehreren Pressemitteilungen, Stellungnahmen und Gesprächen mit Verantwortlichen hatte die KEG Bayern davor gewarnt, die digitale Infrastruktur von Schulen und Behörden einseitig von einem außereuropäischen Konzern abhängig zu machen. Stattdessen fordert die KEG konsequent die Prüfung und Förderung offener, datenschutzkonformer und europäischer Alternativen.
„Die aktuelle Entscheidung der Staatsregierung zeigt, dass unsere Bedenken berechtigt waren. Digitale Bildung darf nicht in eine technische und finanzielle Abhängigkeit von einzelnen Anbietern geraten“, erklärt Martin Goppel, Landesvorsitzender der KEG Bayern. „Wer Schülerinnen und Schüler auf eine souveräne digitale Zukunft vorbereiten will, muss auch selbst auf digitale Souveränität setzen.“
Nach Medienberichten und Aussagen des Bayerischen Digitalministeriums sollen nun alternative Softwarelösungen getestet werden, um die Abhängigkeit von einzelnen IT-Anbietern zu reduzieren und einen „digital souveränen Arbeitsplatz“ für die Verwaltung zu entwickeln. Die ursprünglich geplante Vereinbarung mit Microsoft hätte die Bindung an proprietäre Systeme für Jahre weiter verstärkt.
Die KEG Bayern begrüßt ausdrücklich, dass die Staatsregierung nun verstärkt auf digitale Eigenständigkeit und die Prüfung offener Lösungen setzt. Dies entspreche den bildungspolitischen Forderungen der KEG nach Transparenz, Datenschutz, Nachhaltigkeit und pädagogischer Gestaltungsfreiheit.
Gleichzeitig mahnt die KEG an, die aktuelle Entscheidung nicht bei einem Modellversuch zu belassen. Erforderlich sei eine umfassende Strategie für digitale Souveränität im Bildungsbereich, die Schulen, Lehrkräfte und Schulaufwandsträger aktiv einbezieht.
„Digitale Bildung ist mehr als die Auswahl eines Softwareanbieters. Sie ist eine Frage der pädagogischen Verantwortung, des Datenschutzes und der demokratischen Kontrolle über unsere digitalen Werkzeuge“, betont Martin Goppel.
Die KEG wird den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und sich weiterhin für offene Standards, europäische Lösungen und eine digitale Bildungslandschaft einsetzen, die den Menschen und nicht die Interessen einzelner Technologiekonzerne in den Mittelpunkt stellt.

