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MdB Schönberger warnt vor LEADER-Kürzungen

Leader Förderung

v. l.: LEADER-Projektmanagerin Anne-Katharina Mahle, MdB Marlene Schönberger, Bürgermeister Saal a.d. Donau Matthias Rieger, Martin Fahrnholz und Moritz Pfeffer - Foto: Pumptrack

Kelheim - pm, (14.07.2026) Im Landkreis Kelheim hat Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) drei beispielhafte LEADER-Projekte besucht, um die zentrale Bedeutung dieser EU-Förderung für die Entwicklung des ländlichen Raums hervorzuheben. Das Förderprogramm LEADER, das auf eine 24-jährige Erfolgsgeschichte im Landkreis Kelheim zurückblickt, steht nach aktuellen Planungen auf der Kippe.

Im neuen EU-Haushalt ab 2028 ist dieses Programm nicht mehr gesichert: keine feste Quote, keine verbindliche Pflicht mehr für alle Regionen, und der EU-Anteil an der Förderung soll von 80 auf rund 40 Prozent fallen. Vor dem Hintergrund dieser Kürzungspläne für die kommende Förderperiode warnt Schönberger: "Wer bei LEADER spart, spart am falschen Ende. Wir riskieren damit nicht nur Infrastruktur im ländlichen Raum, sondern auch gesellschaftlichen Zusammenhalt, regionale Identität und Entwicklung."

Anne-Katharina Mahle, LEADER-Projektmanagerin im Landkreis Kelheim, bestätigte: "Projekte wie die ExperimentierWerkstatt Langquaid, die Bürgerhilfe IhrlersteinPainten oder der Vogelbeobachtungsturm Bad Abbach, die viele Menschen im Landkreis schätzen und nutzen, wären ohne LEADER-Förderung undenkbar."

Erste Station war die neue Pumptrack-Anlage in Saal an der Donau. Das Projekt wurde zu über 50 Prozent aus LEADER-Mitteln finanziert und gilt als gelungenes Beispiel moderner, inklusiver Freizeitgestaltung. Die Anlage bietet Menschen verschiedener Altersgruppen und mit unterschiedlichen Sportgeräten - von Fahrrädern über Scooter bis hin zu Inlineskates - attraktive Nutzungsmöglichkeiten und ist zudem auch für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer geeignet.

Bürgermeister Matthias Rieger zeigte sich erfreut über die große Resonanz in der Bevölkerung: "Die Pumptrack-Anlage wird von Kindern, Jugendlichen und Familien hervorragend angenommen. Sie ist zu einem echten Treffpunkt geworden und zeigt, wie gut investiertes Fördergeld direkt vor Ort wirkt."

Mahle ergänzte: "Das Besondere an LEADER ist, dass Bürgerinnen und Bürger aus Kommune, Kirche, Vereinen, Wirtschaft sowie dem Kultur- und Sozialbereich ihre Region aktiv mitgestalten können. Hier in Saal haben sich Jugendliche eine Pumptrack-Anlage gewünscht und im Rahmen des Prozesses einen lokalen Rollsportverein gegründet, der die Anlage auch betreut."

Die Besichtigung des Alten Friedhofs in Saal ergab, wie mit den EU-Mitteln ein Ort der inneren Einkehr, der Ruhe, der Besinnung und Begegnung geschaffen werden kann. Neben der Kirche symbolisiert ein durch heimischen Naturstein eingefasster Wasserlauf in kunstvoller Weise den Lebensweg eines Menschen. Eine Holzbühne mit Laube dient der Durchführung kleiner Veranstaltungen und wird gerne auch für Hochzeiten genutzt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kirche können sich Besucher über die Geschichte der Gemeinde anhand eines Themenwegs informieren, die auch die Schattenseiten der Vergangenheit nicht auslässt. Damit knüpfte dieses Projekt inhaltlich an das im Anschluss besuchte Schülerprojekt in Siegenburg an.

Der Aufenthalt beim "Erinnerungsort Zeitgeschichte" in Siegenburg war besonders eindrücklich. Der Gedenkort erinnert an ein Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus: Die Beziehung zwischen einem polnischen Zwangsarbeiter und einer Bauerstochter endete mit der Ermordung der beiden - er wurde von den Nazis in Siegenburg erhängt, sie im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Initiiert wurde das Projekt von der Lehrerin Maria Rauscher und ihren Schülerinnen und Schülern an der Johann-Turmair-Realschule in Abensberg. Heute ist der Erinnerungsort ein fester Bestandteil der lokalen Gedenkkultur.
Maria Rauscher betonte: "Es war uns wichtig, diese Geschichte sichtbar zu machen und jungen Menschen einen Zugang zur lokalen Erinnerungskultur zu ermöglichen. Ohne LEADER wäre dieses Projekt nicht umsetzbar gewesen."

MdB Schönberger hob abschließend die Bandbreite der geförderten Projekte hervor: "Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass LEADER weit mehr ist als ein Förderinstrument. Es ist ein Motor für gesellschaftliche Teilhabe, nachhaltige Entwicklung und gelebte Erinnerungskultur im ländlichen Raum."

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