v. l.: Markus Aicher, Marcus Donat, Alexander Irmisch, Fabian Gruber, Lancy Roid und Anja König
Niederbayern – pm (14.10.2026) Sichtbarkeit schaffen, Danke sagen und Menschen miteinander vernetzen – Unter diesen drei Leitgedanken hat die SPD-Arbeitsgemeinschaft Queer Niederbayern erstmals zu einem Queeren Empfang in Manu`s WeinKlang nach Landshut eingeladen. Zahlreiche Gäste und Ehrengäste aus ganz Niederbayern folgten der Einladung. Durch den Abend führte Drag Queen Lanzy Roid. Sie ist unter anderem bekannt duch ihr Engagement bei den CSD`s in ganz Niederbayern.
Für die musikalische Umrahmung sorgte Singer-Songwriter Marcus Donat aus Eggenfelden, der sich auch durch sein musikalisches Wirken in der Öffentlichkeit für eine vielfältige Gesellschaft einsetzt.
Bezirksvorsitzender Fabian Gruber erläuterte zur Begrüßung, warum der Empfang bewusst am Vorabend des internationalen Coming-Out-Days am 11. Oktober stattfand. Seit 1987 steht dieser Tag für Sichtbarkeit und Aufklärung, zugleich aber auch für die Freiwilligkeit jedes Menschen, selbst über ein Coming-out zu entscheiden. Mit dem Empfang wolle man allen danken, die sich für Vielfalt, Freiheit und Demokratie einsetzen, queeres Leben sichtbar machen und die Vernetzung untereinander stärken, so Gruber in seiner Eröffnungsrede. „Dabei fordern wir für die queere Communitiy keine Sonderrechte. Denn Rechte für queere Menschen sind Menschenrechte, und somit erkämpfen und verteidigen wir genau diese für die gesamte Gesellschaft.“, stellte der Bezirksvorsitzende der AGqueer Niederbayern Gruber deutlich fest.
Für die Stadt Landshut überbrachte Stadträtin und SPD-Fraktionsvorsitzende Anja König in Vertretung des Oberbürgermeisters die Grüße. Sie warnte angesichts aktueller politischer Entwicklungen davor, gesellschaftliche Errungenschaften für selbstverständlich zu halten. Gerade die Kommunen trügen Verantwortung, sichere Räume zu schaffen, Aufklärung zu ermöglichen und Menschen vor Ausgrenzung zu schützen. „Eine Kommune ist dann stark, wenn niemand Angst haben muss, zu ihr zu gehören“, betonte König.
Der Landesvorsitzende der SPD-AG Queer, Markus Aicher, würdigte den ersten Empfang als wichtiges Signal für ganz Bayern. Persönlich berichtete er von seinem eigenen Coming-out und dem Glück, in seiner Heimatgemeinde auf Verständnis gestoßen zu sein. Viele junge queere Menschen machten diese Erfahrung bis heute nicht. Deshalb seien Beratungsangebote, Unterstützung und eine starke Community wichtiger denn je.
In seiner Hauptrede mahnte der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Irmisch, die erreichten Fortschritte nicht als unumkehrbar zu betrachten. Die Ehe für alle, Selbstbestimmung und größere Sichtbarkeit seien erkämpfte Rechte. Angesichts zunehmender Queerfeindlichkeit müsse die Community zusammenstehen. Dabei dürften auch innerhalb der queeren Gemeinschaft keine neuen Grenzen entstehen: „Wir müssen nicht alle gleich sein, um füreinander einzustehen“, lautete seine Botschaft.
Irmisch betonte zugleich die Bedeutung queerer Arbeit abseits der Metropolen. Queeres Leben finde auch in Landshut, Passau, Straubing, Deggendorf und in kleinen Gemeinden statt. Gerade deshalb sei der Empfang in Niederbayern ein wichtiges Zeichen: „Wir sind hier.“
Beim anschließenden Get-together mit kleinem Imbiss und Live-Musik von Marcus Donat nutzten die Gäste die Gelegenheit zu Begegnung und Austausch. Nach der gelungenen Premiere soll der Queere Empfang künftig zu einem festen Termin werden – als Ort der Vernetzung und als sichtbares Zeichen für Vielfalt, Freiheit, Demokratie und Zusammenhalt.

