
v. l.: Förderer-Vositzender Stefan Feigel stellte zusammen mit OB Dr. Thomas Haslinger und Stefan Härtl, dem zweiten Vorsitzender der Föderer, das Plakat zur Landshuter Hochzeit 2027 vor. - Foto: W. Götz
Landshut – gw/pm (06.07.2026) Vergangene Woche luden die Förderer zur Pressekonferenz in ihre gute Stube, dem Zeughaus an der Ringelstecherwiese und gaben erste Detail zur nächstjährigen Landshuter Hochzeit bekannt, die vom 25. Juni bis 18. Juli 2027 in ihrer 43. Auflage veranstaltet wird. Ein interessantes finanzielles Detail nannte dabei Förderer-Vorsitzender Stefan Feigel. Der Verein stemmt dabei ein Volumen von 8 Millionen Euro für die Vorbereitungen und die Durchführung.
Dieses Geld muss natürlich durch Eintrittsgelder und andere Einnahmen wieder zurückfließen. Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger gehört die Landshuter Hochzeit zu den Genen der Stadt. Sie verhilft Landshut zu internationaler Aufmerksamkeit. Ein wichtiger Aspekt, was den Tourismus in der Drei-Helmen-Stadt an der Isar anbelangt.
Nachdem das Burgfest vergangenes Jahr auf das 550. Jubiläum der Landshuter Hochzeit von 1475 fiel, gibt es auch 2027 ein Jubiläum zu feiern, das der Aufführung der “Landshuter Hochzeit 1475” eine besondere Note geben wird: 125 Jahre Verein “Die Förderer” e.V.
Stefan Feigel, selbst seit fast 20 Jahren im Vereinsvorstand und seit 2018 als 1. Vorsitzender verantwortlich: “Wir sind mit dem Gründungsjahr 1902 bei weitem nicht der älteste Verein in Landshut. Aber mit Blick auf unsere über 8.500 Vereinsmitglieder – das sind deutlich über zehn Prozent der Landshuter Stadtbevölkerung - machen wir den Gründungsvätern, die
„Die Förderer“ als Bürgerverein konzipiert hatten, wohl alle Ehre. Unzählige engagierte Bürger unserer schönen Stadt haben in den Jahren seit der Vereinsgründung unser aller Fest zu dem gemacht, was es heute ist: ein genauso hochemotionales wie detailgetreues Gemeinschaftserlebnis.”
Passend zum Jubiläum des Vereins, dessen Zweck neben der Bewahrung der historischen Innenstadt die regelmäßige Aufführung der Fürstenhochzeit zu Landshut ist, richtet sich diesmal der Blick verstärkt auf den Adel.

Das neue Plakat zeigt vor allem die prächtigen Gewänder der Teilnehmenden und die mittelalerliche Kulisse der Stadt Landshut.
Dies beginnt mit dem Plakatmotiv der dann 43. Aufführung, einem Foto von Andreas Kreit-maier. Es zeigt Achilles, Markgraf und Kurfürst von Brandenburg, der mit seiner Gemahlin Anna beim Hochzeitszug die Gruppe der Fürsten anführt. Den Aufkleber ziert ein Detail aus dem Leporello von Franz Högner: Eine Gruppe von Edeldamen, über 100 hatte Achilles davon im Gefolge, vor der wunderbaren Kulisse der Altstadthäuser. Hinzu kommen einige Veränderungen im Detail des Essenseinzugs der Fürsten am Freitagabend, der 2023 erstmalig stattfand und sehr großen Anklang fand. Die Veranstaltung Laudate Dominum, die die Zuhörer in die facettenreiche Klangwelt mittelalterlicher Kirchenmusik hüllt, und in deren dramaturgischem Mittelpunkt die in Quellen belegte, feierliche Investitur des Bamberger Bischofs Philipp von Henneberg steht, erhält eine abendliche Zusatzveranstaltung. Die Fechtschule auf der Burg, bei der sich junge Adelige in der Handhabung unterschiedlichster Waffengattungen messen, bietet ebenfalls zusätzliche Veranstaltungen an.
Neues Tanzspiel im Rathausprunksaal
Die prägnanteste Neuerung mit Blick auf die Fürsten wird allerdings das Tanzspiel im Rathausprunksaal sein. Stefan Feigel dazu: „Wir werden hier eine ähnliche Zäsur wie beim Festspiel 2023 sehen, das nach über vier Jahrzehnten eine völlig neue Handlung erhielt. Wir konnten Mareike Greb, eine Koryphäe auf dem Gebiet des mittelalterlichen Tanzes, als Choreographin unseres Tanzspiels gewinnen. Bereits mit der ersten Präsentation ihrer Ideen für diese Veranstaltung im Rathausprunksaal ließ sie lebendige Bilder in unseren Köpfen entstehen, die sofort Lust auf die Umsetzung machten. Wir sind im Vorstand überzeugt, dass das neue Tanzspiel denselben nahezu euphorischen Anklang beim Publikum finden wird, wie 2023 das neue Festspiel.“
Gerade die Kombination aus Fest- und Tanzspiel hätte nun ihren ganz eigenen Reiz: Die Gäste könnten zunächst in die Welt der Bürger zur Zeit der Landshuter Hochzeit eintauchen, um dann Zeuge eines Balls zu sein, wie ihn die hohen Fürsten im ausgehenden Mittelalter gefeiert haben.
Eine weitere Neuigkeit rund um die Aufführung ist, dass es nur noch das Gesamtprogramm in gedruckter Form geben wird. Die Programme der einzelnen Veranstaltungen werden ausschließlich digital angeboten – auf der Homepage und in der neuen Vereins-App.
“LaHo 1475” – alles, was man wissen muss
Die heute vorgestellte, offizielle App des Vereins, “LaHo 1475”, bietet zu den beiden Groß-veranstaltungen des Vereins – der “Landshuter Hochzeit 1475” und dem Burgfest - alles an, um stets bestens informiert zu sein: aktuelle Informationen zum Programm genauso wie Live-Informationen, interaktive Karten oder organisatorische Hinweise.
Auch außerhalb der beiden großen Feste bleibt die App ein zentraler Begleiter für alle, die bezüglich der Vereinsaktivitäten up-to-date bleiben möchten.
Weiterhin ein Fest für die ganze Familie
Ein zentraler Aspekt der „Landshuter Hochzeit 1475“ ist, dass sie ein Fest für die ganze Familie sein soll. Die inflations- und krisenbedingte Kostenexplosion in allen Bereichen der notwendigen externen Leistungen stellt in dieser Hinsicht den Verein vor Herausforderungen. Der Vorstand habe lange mit den Kosten – die kommende Aufführung schlägt mit fast 8 Millionen Euro zu Buche - gerungen und gerechnet, um die Ticketpreise wie üblich so moderat wie möglich anzuheben, so Feigel. Dies sei gelungen, aber klar sei auch, dass ein Fest der Dimension der „Landshuter Hochzeit 1475“ ohne das unentgeltliche und beeindruckende Engagement sehr vieler helfender Hände völlig undenkbar sei.
Meilensteine bis zur Aufführung
Die Förderer gaben auch einen Ausblick auf die weiteren Meilensteine auf dem Weg zur kommenden “Landshuter Hochzeit 1475”: Vom 1. bis 31. Oktober läuft die Bewerbungs-phase für alle rund 2.500 Rollen, im Oktober findet der Kartenvorverkauf für Vereinsmitglieder statt, Anfang Januar dann der allgemeine Verkauf.
Richtig spannend wird es für viele ab dem 8. Januar 2027: Dann beginnt die Vorstellungsphase für alle Bewerberinnen und Bewerber um eine der begehrten Rollen. Stefan Feigel: “Wir freuen uns über möglichst viele Bewerbungen. Ich möchte explizit auch alle, die noch nie teilgenommen haben, ermutigen, sich um ein Kostüm zu bewerben. Wir haben immer wieder spannende Rollen neu zu besetzen.“
Die Kriterien für eine Bewerbung sind denkbar einfach: Die Haare müssen zu den Vorstel-lungsterminen alle Anforderungen gemäß der im Spätmittelalter in Landshut üblichen Haarmode erfüllen. Das heißt: Nicht gefärbt, kein moderner Haarschnitt wie etwa ein Stu-fenschnitt, keine Extensions, bei Mädchen und Frauen bis zum 23. Lebensjahr schulter-blattbedeckend, bei männlichen Bewerbern müssen die Haare mindestens Ohren und Nacken bedecken, Männer müssen zudem glattrasiert sein. Für die Besetzung spielen auch das Alter und die Körpergröße eine Rolle, schließlich gilt es, die passenden Personen für die vorhandenen Kostüme zu finden. Deshalb gibt es bestimmte Kategorien bei den
Rollen, für die man sich bewerben kann. Nötig für eine Teilnahme an der „Landshuter Hochzeit 1475“ ist zudem, dass man Vereinsmitglied ist und den Hauptwohnsitz in Stadt oder Landkreis Landshut hat.

