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SPD 60plus Niederbayern warnt vor Abbau des Sozialstaates

Vorstand 60Plus Niederbayern

Die neue Vorstandschaft der Arbeitsgemeinschaft SPD 60plus Niederbayern.

Niederbayern – pm (26.05.2026) Am Donnerstag, 20. Mai, fand im Preysinghof in Plattling die Bezirkskonferenz der SPD-Seniorinnen und Senioren Niederbayern mit turnusgemäßen Neuwahlen statt. Zahlreiche Delegierte sowie Gäste aus der niederbayerischen Sozialdemokratie kamen zusammen, um Bilanz zu ziehen und die zukünftige Ausrichtung der Arbeitsgemeinschaft 60plus zu beraten.

Der Bezirksvorsitzende der AG 60plus Niederbayern, Hartmut Manske aus Frontenhausen, konnte gemeinsam mit seinen Stellvertretern Jella Teuchner, ehemalige Bundestagsabgeordnete, sowie Eduard Beck, Vorsitzender der SPD 60plus Landshut, zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

Unter ihnen befanden sich unter anderem Gudrun Peters, ehemalige Landtagsabgeordnete aus Mauth, Anja König, Landshuter SPD-Stadträtin und Mitglied des Landesvorstands der BayernSPD, sowie Dr. Bernd Vilsmeier, SPD-Kreisrat aus dem Landkreis Dingolfing-Landau.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand neben den Neuwahlen auch der Abschied von Hartmut Manske als langjährigem Bezirksvorsitzenden. Aus Altersgründen kandidierte er nicht erneut für das Amt und nutzte seine Begrüßungsrede für einen persönlichen Rückblick auf mehr als ein Jahrzehnt engagierter Arbeit an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft. Manske betonte, dass in all den Jahren die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger stets im Mittelpunkt seines politischen Wirkens gestanden hätten. Besonders hob er die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit zahlreichen engagierten Genossinnen und Genossen hervor, die die Arbeit der AG 60plus maßgeblich mitgetragen hätten. Gemeinsam sei es gelungen, wichtige sozialpolitische Themen wie Bildung, Arbeit, Gesundheit, Rente und Pflege durch Veranstaltungen, Diskussionen und öffentliche Beiträge immer wieder in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken – sowohl vor als auch nach Wahlen. Für die langjährige Unterstützung sprach Manske allen Beteiligten seinen ausdrücklichen Dank aus. Ein besonderer Dank galt dabei auch seiner Ehefrau, „die ihm stets den Rücken freigehalten habe“. Der AG 60plus Niederbayern wünsche er auch künftig viel Erfolg, Tatkraft und weiterhin eine starke Stimme für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.

Im Rahmen ihres Grußwortes bei der Arbeitsgemeinschaft 60Plus der SPD fand Anja König, Mitglied des Landesvorstands der Bayern-SPD sowie SPD-Fraktionsvorsitzende im Landshuter Stadtrat, deutliche Worte zur aktuellen sozialen Entwicklung in Deutschland. Dabei lobte sie ausdrücklich die Rolle der AG 60Plus innerhalb der Partei und warnte zugleich vor einem schleichenden Abbau des Sozialstaates. „Ich bin der Arbeitsgemeinschaft 60Plus unendlich dankbar“, erklärte König vor den anwesenden Gästen. Die AG 60Plus gehöre neben den Jusos zu den „standhaftesten Arbeitsgemeinschaften innerhalb unserer Partei“. Besonders hob sie hervor, dass die Mitglieder Missstände offen ansprechen und damit die sozialdemokratischen Grundwerte wachhalten würden: „Haltung, Solidarität und der Mut, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen.“

Mit Sorge blickte König auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen der vergangenen Jahre. Der Sozialstaat werde ihrer Ansicht nachzunehmend „scheibchenweise“ abgebaut. Als Beispiele nannte sie die Debatten um das Bürgergeld, Einschnitte im Gesundheitssystem sowie die wachsende Unsicherheit vieler Menschen hinsichtlich ihrer Altersversorgung. „Viele Menschen erleben bei der Rente inzwischen keine Sicherheit mehr, sondern Angst“, so König. Angst davor, nach einem langen Arbeitsleben nicht mehr zu wissen, wie man über die Runden kommen soll. Besonders kritisch äußerte sich die SPD-Politikerin über eine zunehmende Ökonomisierung gesellschaftlicher Werte.

„Der Mensch zählt scheinbar nur noch dann etwas, wenn er produktiv ist, Leistung bringt und funktioniert“, erklärte sie. Wer krank werde, Pflege benötige oder im Alter Unterstützung brauche, werde zunehmend als Belastung betrachtet. Diese Entwicklung bezeichnete König als „brandgefährlich“ und sprach von einer „modernen Form der Sklaverei“. Dem stellte sie ein klares sozialdemokratisches Selbstverständnis entgegen: „Der Wert eines Menschen darf niemals davon abhängen, wie viel Gewinn er erwirtschaftet.“ Der Sozialstaat sei keine Belastung, sondern „eine zivilisatorische Errungenschaft“, die Menschen vor Armut und sozialem Absturz schütze.

Zugleich kritisierte König die wachsende soziale Ungleichheit. Es dürfe nicht sein, dass Menschen jahrzehntelang arbeiteten, Angehörige pflegten und Kinder großzögen, am Ende jedoch Angst vor Altersarmut haben müssten. Ebenso wenig dürften Menschen gegeneinander ausgespielt werden: „Jung gegen Alt. Arbeitende gegen Arbeitslose. Kranke gegen Gesunde. Das ist nicht solidarisch. Und das ist nicht sozialdemokratisch.“ Abschließend appellierte König an die Mitglieder der AG 60Plus, weiterhin unbequem und engagiert zu bleiben. „Bitte bleibt laut. Bitte hebt weiterhin den Finger, wenn etwas falsch läuft. Denn Demokratie lebt nicht vom Schweigen. Und Sozialdemokratie lebt nicht vom Anpassen. Sie lebt von Menschen mit Haltung.

Bei der Wahl des künftigen Vorstandes der niederbayerischen SPD-Seniorinnen und Senioren sprach sich die Versammlung für eine Doppelspitze aus: Zur neuen Bezirksvorsitzenden beziehungsweise zum neuen Bezirksvorsitzenden wurden Anja König und Eduard Beck aus Landshut gewählt. In ihren Schlussworten bedankten sich beide herzlich für das mit der Wahl entgegengebrachte Vertrauen und sicherten den Delegierten eine engagierte, verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaft zu. Zugleich betonten sie, dass die AG 60plus auch künftig eine starke Stimme für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und die Interessen älterer Menschen in Niederbayern bleiben werde. Gerade in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten sei es wichtig, klare Haltung zu zeigen und sich weiterhin aktiv für den Erhalt des Sozialstaates sowie für ein respektvolles Miteinander der Generationen einzusetzen. Mit langanhaltendem Applaus endete die Bezirkskonferenz der SPD-Seniorinnen und Senioren Niederbayern im Preysinghof in Plattling.

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

Co-Vorsitzende: Anja König, Eduard Beck

Stellv. Vorsitzende: Dr. Monika Müller-Rampmaier, Konrad Altmann

Schriftführerin: Karin Stiegler

Beisitzer:innen: Armin Fieber, Heidi Rabs, Dieter Rabs, Dr. Jürgen Rampmaier, Maria Eckinger, Ewald Straßer, Gerda Salzinger, Gerhard Salzinger, Gudrun Peters, Maria Manske, Hartmut Manske, Herbert Kanzelsberger, Inge Slowik, Ute Kubatschka, Maria Zander, Magdalena Obermeier, Michael Baumgartner, Rudolf Zimmermann, Walter Müller, Edith Falter, Hermann Huber

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