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Landesverein für Heimatpflege kritisiert das Streichen von Kultursendungen

Bayern - pm (05.09.2023) Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege bangt um die Kultur im Rundfunk. „Der Bayerische Rundfunk plant einen Umbau seiner Kulturberichterstattung und eine Streichung von Sendungen. Das sehen wir mit größter Skepsis“, sagt Dr. Olaf Heinrich, der Vorsitzende des Vereins. Wenn vor dem Hintergrund von Sparzwang Kultur-Sendungen gestrichen werden, laufe dieser Kultursender Gefahr, ein beliebiges Allerweltsprogramm zu produzieren und seine außergewöhnliche Qualität einzubüßen.

„Die Kulturberichterstattung muss in vollem Umfang und auch mit ihren eigenen Sendungen erhalten bleiben“, sagt Heinrich über die Pläne, Kultursendungen wie die „Kulturwelt“ am Vormittag und die samstägliche Büchersendung „Diwan“ zu beenden und ihre Inhalte in anderen Formaten aufgehen zu lassen. Bei einer solchen Reform stelle sich letztlich die Niveaufrage: „Das Niveau darf bei einem Kultursender niemals abgebaut werden“, so Heinrich.

„Kultur passt nicht in Vermischtes“, sagt Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Landesvereins für Heimatpflege. Ihm bereitet Sorge, dass der Sender Bayern 2 „seine geistige Tiefe verliert, die hier durch ausgezeichnete Kulturjournalistinnen und Kulturjournalisten verkörpert wird. Diese Radiomenschen können Hörerinnen und Hörer für Geist begeistern. Sie brauchen nicht weniger eigene Sendeplätze, sondern eher mehr!“ Schon die Tatsache, dass solche Reform-Überlegungen überhaupt angestellt und öffentlich werden, breche einem das Herz. „Allenthalben wird ein Verlust an Bildung bitterlich beklagt. Da wäre es fatal, wenn ausgerechnet von einem öffentlich-rechtlichen Sender mit Bildungsauftrag das Signal ausgeht, dass man sich Intellektualität sparen kann, weil sich mit seichten oder populäreren Inhalten mehr Clicks generieren lassen. Wenigstens Bayern 2 muss mainstreamfrei bleiben.“

In Artikel 2 des Bayerischen Rundfunkgesetzes ist „Kultur“ als Programm-Schwerpunkt im Hörfunk verankert. In Artikel 4 wird festgelegt, dass die Sendungen unter anderem von kulturellem Verantwortungsbewusstsein getragen sein sollen. Aus Sicht des Landesvereins für Heimatpflege würde der Bayerische Rundfunk seinen gesetzlich verankerten öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag missachten, wenn er Sendungen absetzt, die aus guten rechtlichen Gründen eigens für die Kulturberichterstattung geschaffen wurden.

Der Landesverein für Heimatpflege wird am kommenden Montag an einer „Störsender-Demo“ von bayerischen Kulturschaffenden in München teilnehmen.

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