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"Kultur braucht Beständigkeit" - Kreis-SPD setzt sich für regionale Kulturförderung ein

aa fo mü kultur

Vilsbiburg. Der Kulturtempel „Lichtspielberg" war der richtige Ort für eine Gesprächsrunde rund um die Kultur. Dort läuft zurzeit der Fantasystreifen „Rubinrot" an, bei dem Tom Blieninger maßgeblich mitgewirkt hat. Der Filmproduzent, er wurde unter anderem für sein Werk „Kleiner Grenzverkehr" mit dem Kulturpreis der Stadt Vilsbiburg ausgezeichnet und der für die „Wintertochter" vor einem Jahr den Deutschen Filmpreis bekam, schaut in diesen Tagen auf zwei Jahrzehnte einer Tätigkeit zurück, die mit dem in der engeren Heimat entstandenen Werk „Babylon Niederbayern" begann.

Da traf es sich gut, dass die SPD-Fraktionsvorsitzende Ruth Müller einen Gesprächstermin mit der Kultur- und Bildungspolitikerin Isabell Zacharias aus München organisieren konnte. Die Abgeordnete kritisierte eingangs, die bayerische Filmförderung finanziere nur Kassenschlager und lasse die Einsteiger und Macher von Autorenkino links liegen. 90 Prozent der Fördermittel für den Kulturbereich flössen in die Staatstheater und diese seien vor allem in München konzentriert.
Zacharias forderte ein Landeskulturprogramm mit einer regionalen Struktur. Es müsse künftig pro Regierungsbezirk einen Filmfonds geben; eventuell müsse man die Mittelstandbank einbeziehen. Diese Zustandsbeschreibung könne er nur unterstreichen, ergänzte Tom Blieninger. Der FilmFernsehFonds Bayern unterstütze nur etablierte Filmschaffende; da bleibe für Newcomer nichts übrig. Es gebe zwar eine Beratungsstelle, doch diese sei mit nur einem Mann für ganz Bayern denkbar schwach ausgestattet. Im ländlichen Raum wirke nur die Eigeninitiative, doch diese sei unvermeidlichen Schwankungen unterworfen und brauche daher mehr Kontinuität.

Als der Vilsbiburger Vizebürgermeister Johann Sarcher die Kultur als einen der Standortfaktoren für zentrale Orte bezeichnete, stimmte ihm die Gesprächsrunde, bestehend aus Vertretern aus der Kommunalpolitik, zwar uneingeschränkt zu. Allerdings kam sofort die unzureichende Ausstattung der Stadt mit geeigneten Veranstaltungsräumen zur Sprache.
Ein Saal, der 150 bis 200 Personen in Wirtshausbestuhlung fassen könne, fehle schmerzlich. Der Dingolfinger SPD-Kreisvorsitzende Dr. Bernd Vilsmeier brachte dazu einen neuen Vorschlag ein. Er fahre oft an der ehemaligen Aktienbrauerei vorbei und habe schon oft Parallelen zum früheren Grünerbräu in Bad Tölz gezogen. Dort habe man die nicht mehr genutzte Gebäude mit modernen Mitteln aber doch stilgerecht in ein Veranstaltungszentrum verwandelt Die gelungene Revitalisierung eines städtebaulichen Schwerpunktes habe sogar bayernweit Beachtung gefunden.
Man solle auch in Vilsbiburg über eine derartige Lösung nachdenken.

Die Politik werde sich künftig noch stärker um die Kultur auf dem Lande zu kümmern haben, fasste Ruth Müller das Ergebnis des Meinungsaustausches zusammen. Nicht umsonst habe der Schriftsteller Arnold Zweig die Verteidigung des Friedens auf eine Stufe gestellt mit der Verteidigung der Kultur.

Im Bild oben: Die Landtagsabgeordnete Isabell Zacharias aus München (Mitte) nach dem Gespräch mit dem Filmpoduzenten Tom Blieninger (4. von links) und Kommunalpolitikern der SPD.

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