
OB-Kandidatin Patricia Steinberger hat ein klares Ziel vor Augen: In die Stichwahl zu kommen. - Fotos: W. Götz
Landshut – gw (06.03.2026) Einen intensiven Wahlkampf hat die SPD mit ihrer OB-Kandidatin Patricia Steinberger geführt, attestierte Vorsitzender Vincent Hogenkamp seiner Partei beim Wahlkampfabschluss im Zeughaus. Sein Wunsch steht fest: Am 8. März soll Landshut mit Patricia Steinberger seine erste Oberbürgermeisterin, eine starke Stadtratsfraktion und der Landkreis mit MdL Ruth Müller eine sozialdemokratische Landrätin bekommen. Stargast des Abends war der bayerische Kabarettist Christian Springer mit pointierten, kritischen und unbequemen Worten.
Bevor die SPD in ihren Wahlkampfabschluss starten konnte, mussten noch Tische und Stühle geholt werden. Das Zeughaus war voll, was auch dem Auftritt von Christian Springer geschuldet war. Springer, der sich weniger als Prediger, sondern als Handwerksmeister der Weltverbesserung versteht, hatte klare und deutliche Worte auf den Lippen, mit denen er den Spiegel der Zeit vorhielt.

Der Saal im Zeughaus war voll und die Gäste beeindruckt von den klaren Statements.
Gleich zu Beginn machte er deutlich, was er von der AfD hält: „Nichts“ und kündigte an, dass diese europafeindliche Partei keine Freude mit ihm haben wird. Er mahnte: Während in den Mullah-Regimes die Menschen mit ihrem Leben um ein Fitzelchen Demokratie kämpfen, müssen wir die Demokratie in die Zukunft bringen. Und mit Blick auf die AfD forderte er ein Verbot dieser rechtsextremistischen Partei.
Um die soziale Balance in unserem Land zu wahren, sieht es Christian Springer als falschen Weg an, sich das Geld von Bürgergeldempfängern zu holen, sondern es muss dort geholt werden, wo es ist, bei den Einkommensmillionären. Ebenso sieht er keinen Sinn darin, jugendliche vom Internet auszuschließen, sondern vielmehr müssen die Lügen im Internet reguliert werden.

Christian Springer war voll in seinem Element, als er die Demokratie verteidigte und vor deren Feinden warnte.
Christian Springer, der 2011 die Orienthilfe gegründet hat, kennt die Verhältnisse im nahen Osten nur zu Gut. Für ihn handelt es sich um keinen Angriffskrieg der USA gegen den Iran. Ganz im Gegenteil, denn der Iran führt seit langem einen Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung und er wünscht sich im nahen Osten eine neue Ordnung mit mehr Menschenrechten und Demokratien.
Stadträtin Anja König dankte dem Kabarettisten für seine bewegenden Worte und für sein Vertrauen in die Demokratie. Christian Springer attestierte: „Extremisten haben keinen Humor und Autokraten entmachten als erstes die Justiz.“ Dabei stellte er die Frage, in welchen autokratischen Ländern, es Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und Pressefreiheit gibt und warnte gleichzeitig vor der AfD, die genau dort hinkommen will. „Was die AfD vor hat, ist irr in allen Belangen.“

Am Podium tauschten sich Patricia Steinberger, Anja König und Christian Springer mit kritischen Blicken auf die derzeitige Politik aus.
„Wir müssen den Menschen Wertschätzung geben“, antwortete Patricia Steinberger „und deren Vertrauen nicht ausnutzen. Denn der Bürger sieht es sehr wohl, wer sich für ihn einsetzt. Was Populismus und Sachpolitik anbelangt, weiß Christian Springer nur zu gut, „Die Sprache ist das eine und die Lüge ist das andere.“ Patricia Steinberger stellte klar: „Wir müssen weg vom Populismus und dürfen uns drauf nicht einlassen.“
Auf Landshut bezogen, will Patricia Steinberger daher wieder eine Bürgersprechstunde einführen, wie es sie bei Alt-OB Josef Deimer gab und bei der jeder Bürger das Gespräch mit der Oberbürgermeisterin suchen darf. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass wir ein kleines Häufchen im Rathaus sind, das Politik macht. Der Bogen muss viel weiter gespannt werden. Als Beispiel nannte sie den STEP 2040-Prozess, bei dem die Bürger das Wort hatten und nicht die Mandatsträger. Noch ein Beispiel präsentiere Patricia Steinberger: Die Frauen im Stadtrat schaffen es, überparteilich zusammenzuarbeiten.
In ihren abschließenden Worten erklärte Anja König: „Die Demokratie lebt von einer ganz einfachen Handlung – vom Wählen. Denn nicht die Demokratie entscheidet über uns, sondern wir über die Politik.“

Die SPD stellt sich mit jungen Wilden und erfahrenen Kandidaten zur Wahl.

