Wenn ich mich recht erinnere, hieß die "Landshuter Mitte" unlängst noch "CSM". Das war ein auch nicht origineller Name, den es in Augsburg und anderswo schon längst gegeben hat und gibt. Meistens sind das Leute, die bei der Hauptpartei nichts werden konnten und denen die "Freien Wähler" zu unsicher sind (oder Letztere haben sie gar nicht haben wollen, weil sie ihre wenigen wohlbezahlten Pöstchen lieber für die angestammten Parteigrößen behalten wollen). Politik hat leider meist mit Hochstapelei zu tun. Für die meisten Übel der Welt sind Politiker, egal ob große irgendwo draußen oder kleine in den Kommunen, weder zuständig noch besonders befähigt für Lösungen.
Trotzdem glauben die meisten, sie müssten in Wahlzeiten den Leuten vorspiegeln, sie seien "lösungsorientiert" (ein Vokabelfetzen aus dem großen Phrasenteppich), usw. Sie hoffen, dass andere Leute ihnen das abkaufen, aus allen möglichen Gründen. Sich allerdings als "Landshuter Mitte" zu bezeichnen, wenn man bloß aus drei der CSU weggelaufenen Stadträten nebst dem unvermeidlichen Tross besteht (z.B. Aigner geb. Faber), ist schon stark. Wenn es um politische Fragen geht: Wie erklärt man sich das? Zuerst will man damit so tun, als könne einen keiner übertreffen an Landshutliebe (auf die diesbezügliche Sprücheklopferei hat Herr Professor Holstege in seinem LZ-Leserbrief hingewiesen - Danke für den Hinweis, Frau Oncur!).
Zudem weiß man, dass man sich am besten als politischer Zentrist gebärdet, d.h. eigentlich gar nichts sagt. Zur Mitte drängt doch alles! Deshalb ist die logische Erweiterung des Begriffs eigentlich, dass das inhaltliche Angebot dieser Truppe natürlicherweise auf Null zusammenschnurrt. Denn mit jeder klaren Position macht sie sich angreifbar. Schon irgendein nebelhafter Verweis auf "Kooperation" der beiden Kliniken wird von Fachleuten scharf beantwortet, und das zu Recht. Außerdem kann man sich denken, wen die Gründer der sog. "Landshuter Mitte" vertreten wollen: bestimmt nicht einfach "den Bürger", um dessen Stimme sie jetzt buhlen wollen, damit sie wieder im Stadtrat sitzen dürfen. Da halten sie sich lieber streng bedeckt und tun so, als würden sie alle armen Mütterchen der Welt samt ihren Interessen lieben, und die Große Mutter Landshut obendrein, und das nicht nur am Muttertag. - Man kann nur hoffen, dass auch hier die Bürger endlich wacher werden und sich nicht mehr von Fasellieschen und Faselhänsen für dumm verkaufen lassen. - gez. Max Geltinger

